Corona-Krise: Ihre Stunden im 2. Quartal zählen nicht mit

Seite zuletzt aktualisiert am: 12. Juni 2020

Machen Sie, wie auch viele andere Studierende, Überstunden, um die Folgen der Corona-Krise aufzufangen? Arbeiten Sie zum Beispiel in einem Supermarkt oder Lebensmittelunternehmen? Wenn ja, dann haben wir eine gute Nachricht für Sie! Die Regierung hat nämlich beschlossen, dass Ihre Arbeitsstunden des zweiten Quartals nicht auf Ihre 475 Stunden angerechnet werden und Sie weiterhin zu ermäßigten Sozialversicherungsbeiträgen berechtigt sind. Diese Maßnahme gilt für alle Werkstudenten und ist nicht auf einen bestimmten Sektor beschränkt.

Kindergeld

Wenn Sie während der Corona-Krise viel arbeiten, können Sie nach den normalen Regeln (einen Teil) Ihr(es) Kindergeld(s) verlieren. Um das zu vermeiden, haben die regionalen Einrichtungen, die das Kindergeld gewähren, für 2020 eine Ausnahmeregelung ausgearbeitet.

Wallonien

Nach den normalen Regeln verlieren Jugendliche (die spätestens am 31. Dezember 2000 geboren sind) in Wallonien ihr Kindergeld, wenn sie mehr als 240 Stunden pro Quartal arbeiten (außer in den Monaten Juli, August und September). 2020 können Sie als Werkstudent von Januar bis September ausnahmsweise mehr arbeiten, ohne Ihr Kindergeld zu verlieren. Ihr Einkommen und Ihre Arbeitsstunden haben m. a. W. keinen Einfluss auf Ihren Anspruch auf Kindergeld in dieser Periode.

Flandern

Normalerweise dürfen Sie als Werkstudent in Flandern nicht mehr als 475 Stunden pro Jahr arbeiten, weil Sie sonst Ihren Anspruch auf Kindergeld verlieren. 2020 zählen Ihre Arbeitsstunden des zweiten Quartals (April, Mai und Juni) für die Berechnung deines Totals ausnahmsweise nicht mit.

Deutschsprachige Gemeinschaft

Die Regelung für die Deutschsprachige Gemeinschaft beruht nicht auf einer maximalen Stundenzahl. Sie muss daher nicht angepasst werden, damit Sie im zweiten Quartal mehr Stunden arbeiten können, ohne Ihr Kindergeld zu verlieren.

Brüssel

Unter normalen Umständen dürfen Studenten nicht mehr als 240 Stunden pro Quartal im ersten, zweiten und vierten Quartal arbeiten. Ausnahmsweise gilt diese Regel nicht für das zweite Quartal 2020. Mehr Informationen finden Sie auf dem Site von Famiris (auf Französisch).

Eltern und Steuern

Wenn Sie während der Corona-Krise viel arbeiten, verdienen Sie auch mehr und besteht die Möglichkeit, dass Sie nach den normalen Regeln nicht mehr als steuerlich zu Lasten Ihrer Eltern betrachtet werden. Ihre Eltern werden dann mehr Steuern bezahlen müssen. Lesen Sie darüber unsere Seite ‚Müssen meine Eltern mehr Steuern zahlen?‘.

Unter normalen Umständen müssten Ihre Eltern tatsächlich mehr Steuern zahlen. Aber in diesem Fall wird Ihr Einkommen als Student im zweiten Quartal nicht berücksichtigt, um festzustellen, ob Sie weiterhin steuerlich zu Lasten bleiben.